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Oleksandr Leonov
Oleksandr Leonov ist ein Pianist, der für seine feinsinnige künstlerische Handschrift und seine große expressive Tiefe geschätzt wird. Seine Interpretationen zeichnen sich durch reflektierte Gestaltung, emotionale Aufrichtigkeit und eine poetische Klangwelt aus, die den Zuhörer in einen intimen musikalischen Dialog einlädt. Bereits zu Beginn seiner Laufbahn wurde er als „eines der vielversprechendsten Talente der ukrainischen Klavierszene“ bezeichnet.
Der Weg auf
die Bühne
Oleksandr Leonov wurde am 12. Juli 1996 in Saporischschja (Ukraine) geboren und gab seine ersten öffentlichen Auftritte im Alter von sieben Jahren. In seinen prägenden Studienjahren in Kyjiw, wo er am R. Glier Musik-Institut in der Klasse von Yuliana Yablonska studierte, gewann er mehrfach nationale ukrainische Klavierwettbewerbe und etablierte sich früh als einer der vielversprechendsten jungen Pianisten seiner Generation.
Für seine künstlerischen Leistungen wurde er mit dem Präsidentenstipendium der Ukraine ausgezeichnet. Seit 2018 ist er Mitglied der Vere Music Fund Foundation.
Kyjiw, Ukraine 2017


Kyjiw, Ukraine 2017
Die Nationale Philharmonie der Ukraine
Seit 2020 setzt Leonov seine Ausbildung an der Musik-Akademie Basel (FHNW) bei Claudio Martínez Mehner und Filippo Gamba fort. Dieses neue Kapitel ermöglichte ihm eine vertiefte Auseinandersetzung mit der europäischen Klaviertradition, wodurch sich seine künstlerische Perspektive erweiterte und seine individuelle musikalische Stimme weiter entwickelte. Der Dialog zwischen seinen ukrainischen musikalischen Wurzeln und der europäischen Interpretationsschule ist zu einem zentralen Bestandteil seiner künstlerischen Identität geworden und verleiht seinem Spiel sowohl strukturelle Klarheit als auch expressive Nuancen.

Musikalische Ästhetik
Für Leonov ist das Konzert nicht in erster Linie eine Bühne virtuoser Selbstdarstellung, sondern ein Raum der Konzentration und Aufrichtigkeit — ein Ort, an dem Musik zu einer lebendigen Geschichte wird. Kritiker bemerkten, dass er am Klavier „kein starrer Techniker, sondern ein wahrhaft gereifter Musiker mit großer Ausdruckskraft und Sensibilität“ sei (Rotary Club).
Eine besondere Qualität seiner künstlerischen Persönlichkeit liegt in seiner Fähigkeit, innerhalb eines musikalischen Zyklus — oder sogar innerhalb eines einzelnen Werkes — einen dramaturgischen Bogen zu gestalten. Jede Komposition entfaltet sich in seinem Spiel wie eine zusammenhängende Geschichte, in der ihre innere Dramaturgie und emotionale Entwicklung sichtbar werden. Wie Dr. Berndt Herrmann bemerkte, wird Leonov dabei zu einem „musikalischen Geschichtenerzähler“.
Durch diesen Ansatz wird das Publikum zu einer intensiveren musikalischen Erfahrung eingeladen — einer Erfahrung, die über Klangfarben und pianistische Virtuosität hinausgeht. Seine Interpretationen tragen eine Bedeutung in sich, die es den Zuhörern ermöglicht, nicht nur die Musik zu hören, sondern ihre emotionale und philosophische Tiefe noch lange nach dem Verklingen des letzten Tons in sich weiterzutragen.
Preise und Ehrungen
Der künstlerische Weg von Oleksandr Leonov ist von bedeutenden internationalen Auszeichnungen geprägt. Dazu zählen der 3. Preis sowie zwei Sonderpreise beim Internationalen Horowitz-Klavierwettbewerb (Kyjiw, 2017), das Yamaha Scholarship Program (2016–2017), die Teilnahme an der Chicago International Piano Competition (2020), der Sieg beim Wettbewerb für das Schlusskonzert der Musik-Akademie Basel (2022) sowie die Auszeichnung der Kiefer Hablitzel Stiftung (2024).
Seine Konzerttätigkeit führt ihn durch die Schweiz, Deutschland, Frankreich und die Ukraine. Er trat in renommierten Konzertsälen auf, darunter Salle Cortot in Paris, der Weisse Saal in Bad Kissingen, die Lysenko-Nationalphilharmonie in Kyjiw sowie der Rathaussaal in Pfaffenhofen.
Als Solist arbeitete er mit Orchestern wie dem Nationalen Akademischen Symphonieorchester der Ukraine und dem Studentenorchester des R. Glier Musik-Instituts zusammen.
Darüber hinaus war Leonov bei internationalen Festivals zu erleben, darunter Variations Musicales de Tannay, das Menuhin Festival Gstaad, das Elpida Festival in Neuchâtel, LvivMozArt in Lwiw sowie das Book Arsenal Festival in Kyjiw.

